Wie gut ist das Metaversum im deutschsprachigen Einzelhandel bekannt? Wie wird der potenzielle Nutzen für verschiedene Segmente bewertet? Ist es relevant genug für Investitionen? Wenn ja, ab wann? Diese und weitere Fragen stellte das EHI Research Network im Vorfeld der kommenden EuroShop den Retail-Entscheidern.
Im Vorfeld der EuroShop, der Welthandelsmesse Nr. 1, die vom 26. Februar bis 2. März 2023 stattfindet, ist das Metaversum in aller Munde. Grund genug für das EHI Retail Institute, Köln, eine Umfrage unter deutschen Einzelhändlern durchzuführen. Ihre Bereitschaft, an dieser Umfrage teilzunehmen, zeigt das große Interesse des deutschsprachigen Einzelhandels: 433 Entscheider nahmen teil. Während der Begriff "metavers" selbst weitgehend bekannt ist, war die Mehrheit der Meinung, dass er in Einzelhandelsunternehmen als Ganzes noch ziemlich unbekannt ist.
Sechs von zehn Befragten glauben, dass sich das Metaversum behaupten wird, nur zwei von zehn halten es für einen Hype, während alle anderen sich noch nicht sicher sind. 75,5% der Teilnehmer im Panel sehen spannende Anwendungen für den Einzelhandel im Metaversum. Die Ergebnisse der Studie deuten auch darauf hin, dass die Mehrheit der Einzelhändler der Meinung ist, dass sie sich aufgrund metaverser Entwicklungen auf Veränderungen vorbereiten müssen. Diese Veränderungen dürften jedoch noch lange auf sich warten lassen: Die befragten Einzelhändler gehen überwiegend davon aus, dass dieses Thema für Einzelhandelsunternehmen erst in fünf bis zehn Jahren an Bedeutung gewinnen wird.
Dies liegt daran, dass die befragten Einzelhändler glauben, dass die Bereitschaft ihrer Zielgruppen, dies zu akzeptieren, erst in fünf bis zehn Jahren wachsen wird. Eine solche externe Bewertung kann als Indikator dienen – schließlich ist es eine Kernaufgabe des Handels, seine Zielgruppen zu kennen. Wie sich die Akzeptanz am Ende des Tages tatsächlich entwickelt, sollte die Verbraucherverhaltensforschung beobachten.
Die befragten Einzelhändler sind der Meinung, dass das Metaversum auch Gefahren birgt - es könnte zu einer Machtverschiebung zwischen Einzelhändlern und Herstellern oder Einzelhändlern und Metaversumanbietern auf Kosten des Einzelhandels kommen. Komplexität, Kosten und Abhängigkeiten könnten zunehmen. Der Eintritt in das Metaverse-Geschäft könnte mit hohen und risikoreichen Investitionen verbunden sein. Die Gesellschaft könnte noch einsamer werden.
Den befragten Einzelhändlern zufolge sind die Rentabilität von metaversen Anwendungen sowie die interne Widerstandsfähigkeit die größten Hindernisse für die Gründung dieses Geschäfts. Daneben besteht auch Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen, über die Eignung ihrer Reichweiten, über Kannibalisierungseffekte und über Sicherheitsfragen.
Expertise sammeln
Die Befragten bestätigten auch, was in der Zufallsstichprobe angegeben wurde: Das Metaversum scheint ein abteilungsübergreifendes Thema zu sein, das viele verschiedene Einzelhandelsaspekte berührt. Die größte Herausforderung für Dienstleister im Einzelhandel besteht also darin, zu entscheiden, mit welchen Entscheidungsträgern Kontakt aufgenommen werden soll. Für Einzelhandelsunternehmen hingegen lautet die Frage: Wo soll dieses Thema organisatorisch angegangen werden? In jedem Fall benötigen Einzelhändler entsprechendes metaverses Know-how. Knapp 5% der Befragten glauben jedoch, dass ihre Unternehmen über ausreichend Personal mit dem entsprechenden Fachwissen verfügen, um ein metaverses Unternehmen zu gründen.
Im Rahmen der Umfrage gaben die Teilnehmer zudem folgende Einschätzung ab: Wer erfolgreich in das metaverse Geschäft einsteigen möchte, sollte die technologischen Voraussetzungen sicherstellen, den Mitarbeitern relevante Kompetenzen vermitteln und Akzeptanz bei den Käufern schaffen. Dies erfordert Mut, einen starken Willen und Innovationsgeist sowie die Bereitschaft, menschliche und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Sobald der beste Anwendungsfall für das eigene Unternehmen identifiziert wurde, muss das richtige Timing gewählt werden, um das Metaversum sinnvoll in die Customer Journey zu integrieren.
Nur eine Frage der Zeit
Nur 4% der Befragten glauben, dass ihr Einzelhandelsunternehmen bereits heute in metaverse Anwendungen investieren wird; in zwei Jahren glauben 12%, dass dies wahrscheinlich sein wird, in fünf Jahren steigt diese Zahl auf 23% und in 10 Jahren auf 46%. Dies bedeutet, dass jedes vierte Einzelhandelsunternehmen bereits in fünf Jahren in metaverse Operationen investieren könnte - und in zehn Jahren sogar knapp 50%.
Das Metaversum ist wie jedes andere Netzwerk-Asset: Es ist mit dem Huhn-und-das-Ei-Problem verbunden. Solange nicht genug Verbraucher in das Metaversum eintauchen, werden Einzelhändler mit Risiken und Unsicherheiten kämpfen. Solange die Customer Journey im Metaversum nicht zufriedenstellend genug ist, wird es nicht genug Verbraucher geben, die bereit sind, sich ihr anzuschließen. Neben Einzelhändlern und deren Kundenbasis gibt es vermutlich weitere Akteure, die für die Umsetzung von metaversen Anwendungen eine entscheidende Rolle spielen: zum einen die Anbieter von metaversen Plattformen (sie schaffen die Rahmenbedingungen), zum anderen die metaversen Dienstleister (sie bieten die Organisation, Designunterstützung etc.).
Bei der Entscheidung, wer diese Hühnchen-und-das-Ei-Frage lösen soll, liegt der Ball im Gericht der metaversen Plattform- und Dienstleister. Diese Umfrage zeigt, dass Einzelhändler eindeutig offen für den Eintritt in das Metaversum sind. Jetzt müssen Anbieter konkrete Vorschläge vorlegen und realistische und wertschöpfende Business Cases entwickeln, um sie zu überzeugen. Dabei sollten sie tragfähige und realistische Rentabilitätsprognosen vorlegen, um die in der Umfrage aufgeworfenen Unsicherheiten zu beseitigen. Darüber hinaus müssen sie die technischen Rahmenbedingungen (zu erschwinglichen Preisen) schaffen, den Einzelhändlern das nötige Fachwissen bieten und die Verbraucher für das Metaversum begeistern.
In den kommenden Jahren geht man davon aus, dass sich der Einzelhandel zunächst mit isolierten Pilotprojekten dem Metaversum nähern wird. Spannende virtuelle Einkaufserlebnisse sind in weniger als fünf bis zehn Jahren nicht zu erwarten. Einen Ausblick dazu gibt die EuroShop 2023 aber bereits in ihrer Retail Technology Dimension. Darüber hinaus wird das Metaversum auch in Vorträgen auf der Connected Retail Stage diskutiert.
Die EHI-Studie „Metaverse im Handel im PDF-Format steht zum kostenlosen Download bereit. https://www.ehi.org/produkt/whitepaper-metaverse-im-handel/
Die EuroShop ist für Fachbesucher von Sonntag, 26. Februar bis Donnerstag, 2. März 2023 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintrittskarten sind nur online verfügbar unter www.euroshop.de/2130. 1 Tag Tickets kosten € 70.-, 2-Tagestickets sind € 120.- und die Saisonkarte ist € 165-.
Für weitere Informationen besuchen Sie www.euroshop-tradefair.com.
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